Die KUG trauert um Fritz Pauer
Die KUG trauert um Fritz Pauer
Der weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte Jazzmusiker verstirbt am 1. Juli 2012
Fritz Pauer - nach Joe Zawinul wohl der wichtigste Jazzpianist Österreichs und Pionier des modernen Jazz hierzulande - verstirbt völlig unerwartet am 1. Juli auf der Fahrt zu einem Studiotermin um seine kürzlich aufgenommene Trio-CD abzumischen. Pauer hinterlässt eine nicht zu füllende Lücke sowohl in der österreichischen als auch internationalen Jazzszene. Die Kunstuniversität Graz verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die die Ausbildung am Institut Jazz zwei Jahrzehnte lang entscheidend mitgeprägt hat.
Pauer wurde 1943 in Wien geboren. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf und erhielt mit fünf Jahren den ersten Klavierunterricht. Bereits im Jugendalter verdingte er sich als Jazz-Pianist und musizierte gemeinsam mit zahlreichen Jazz-Größen. Beim Musikwettbewerb „International Competition for Modern Jazz Vienna“ gewann er mit 23 Jahren den ersten Preis als bester Jazz-Pianist.
Von 1964 bis 1968 lebte er in Berlin, anschließend kehrte er bis 1982 nach Wien zurück. Während dieser Zeit war er als Pianist, Komponist und Arrangeur für die ORF Big Band und das Erich Kleinschuster Sextett tätig, gründete zudem das Fritz Pauer Trio, schrieb Ballettmusik für das Jeunesseballett Wien und war Klavierlehrer an der Jazzabteilung des Konservatoriums der Stadt Wien.
Nach der Auflösung der ORF Big Band übernahm er 1982-84 die Leitung der Swiss Jazzschool in Bern. Anschließend unternahm er Reisen in das Amazonasgebiet Perus und übersiedelte ins Burgenland. 1989 folgte er einer Berufung als Solokorrepetitor für Jazzgesang an die Jazzabteilung der heutigen Kunstuniversität Graz und arbeitete zudem als freischaffender Musiker. 2008 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für improvisierte Musik im Rahmen des Hans Koller-Preises.
Am 24. Juni 2009 gab Fritz Pauer im Rahmen des Konzertes „Voices of Today“ im MUMUTH sein Abschiedskonzert an der KUG. Er war bis zu seinem Tod musikalisch höchst aktiv - sowohl mit seinen eigenen Projekten wie auch als international gefragter Sideman. Die Kunstuniversität Graz trauert um einen Kollegen mit allerhöchster Kompetenz wie auch außerordentlich hoher Herzensbildung und um einen ganz Großen der internationalen Jazzszene.
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