Grazer Unis erinnern an das Novemberpogrom 1938: "Gewalt, Gedächtnis, Kunst"
Grazer Unis erinnern an das Novemberpogrom 1938: "Gewalt, Gedächtnis, Kunst"
Gesprächskonzert "Tonschöpfung und Scherbenhaufen" als künstlerischer Abschluss
Die Nacht des 9. November 1938 brachte die Radikalisierung der öffentlichen Diskriminierung der Juden und Jüdinnen im deutschsprachigen Raum und verschärfte ihre gewaltsame Verfolgung, Beraubung und Vertreibung. Als "Reichskristallnacht" wurde die Tragweite dieses gezielten Angriffs auf die jüdische Bevölkerung lange verharmlost. Um die Erinnerung an dieses verheerende Ereignis an seinem 70. Jahrestag lebendig zu halten, veranstalten das Centrum für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz und das Institut für Wertungsforschung der Kunstuniversität Graz eine Tagung mit dem Thema "November 1938. Gewalt, Gedächtnis, Kunst". Das Symposium findet an der Kunstuniversität (Florentinersaal des Palais Meran, Leonhardstraße 15) statt, Beginn ist um 11 Uhr.
Der Fokus der ForscherInnen richtet sich auch auf den Kreis der KünstlerInnen, die in und nach den November-Pogromen Opfer der systematischen Verfolgung wurden. Geplant sind fünf kulturwissenschaftliche Vorträge, in denen WissenschaftlerInnen aus Österreich und Deutschland zu Themen wie dem Verhältnis von privatem Raum und öffentlicher Gewalt oder dem Musikleben in Österreich 1938 referieren werden. Den Anfang macht der Soziologe Ao.Univ.-Prof. Dr. Peter Strasser vom Institut für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik der Karl-Franzens-Universität Graz mit seiner Ausführung über "Heilsames Vergessen?".
Als künstlerischer Abschluss der Tagung findet ein Gesprächskonzert mit dem Titel "Tonschöpfung und Scherbenhaufen" im Gedenken an die Pogromnacht statt. Die amerikanische Pianistin und KUG-Professorin für Instrumental(Gesangs-)Pädagogik Adina Mornell spielt unter anderem Werke der KomponistInnen Ruth Schonthal und Viktor Ullmann. Das Konzert findet um 19.30 Uhr auf der Studiobühne des Opernhauses statt. Karten sind an der Theater- und Abendkasse um 15 Euro erhältlich; der ermäßigte Preis beträgt 7,50 Euro.
Symposium: "November 1938. Gewalt, Gedächtnis, Kunst"
Zeit: Donnerstag, 6. November 2008, ab 11 Uhr
Ort: Kunstuniversität Graz, Palais Meran, Florentinersaal, Leonhardstraße 15, 8010 Graz
Rückfragen:
Dr. Petra Ernst
Centrum für Jüdische Studien
Karl-Franzens-Universität Graz
Tel. +43/(0)316/380-8084
E-Mail: petra.ernst@uni-graz.at
Maria Klinger
Institut für Wertungsforschung
Kunstuniversität Graz
Tel: +43/ (0)316/389-3140
E-Mail: maria.klinger@kug.ac.at
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