Achtung und Raum für Frauen in Kunst und Kultur
Achtung und Raum für Frauen in Kunst und Kultur
Marlene Streeruwitz eröffnet die kultura - Tagung am MUMUTH in Graz
Mit einer fulminanten Rede eröffnete Marlene Streeruwitz die kultura heute im MUMUTH der Kunstuniversität Graz vor einer großen Zahl interessierter Gäste aus der Steiermark, aus dem In- und Ausland. "Achtung ist eine ziemlich harte Sache, die viel gibt, aber genauso viel verlangen muss." In der Diskussion um die Position von Frauen im allgemeinen und speziell in Kunst und Kultur gehe es immer darum, das gelernte Vergessen aufzuheben und alle Formen von Umschreibungen dazu zu benutzen, zumindest die Sicht auf sich zu behalten. "Verschaffen wir uns die Wahrheiten", forderte Streeruwitz. "Achtungsvoll einander gegenüber!"
Zuvor hatte Kulturlandesrätin Bettina Vollath bei der Begrüßung betont, dass es ihr persönliches Anliegen ist, Rahmenbedingen zu schaffen, damit die Qualität der Künstlerinnen und Künstler jene Aufmerksamkeit erhält, die sie verdient. Mit der von ihr initiierten kultura bietet sich dazu eine breite Plattform.
Angelika Vauti-Scheucher, Geschäftsführerin der KSG, die mit der Organisation der Veranstaltung betraut ist, bezeichnete die Initiative als "Einladung, hinzuschauen auf den Teil, den sich die Kulturschaffenden bereits erobert haben, und auf jenen, der ihnen noch verwehrt bleibt."
Bereits in den vergangenen Jahren habe die Kunstuniversität Graz viel unternommen, um Frauen sichtbar und vor allem hörbar zu machen, so Vizerektorin Doris Carstensen. "Diesen Weg müssen wir konsequent weiterführen."
Podiumsdiskussion
Blick nach innen und Vernetzung mit außen
Von "Freude an Beharrlichkeit" sprach Moderatorin Ö1-Redakteurin Irene Suchy in der anschließenden Podiumsdiskussion als eine Strategie für eine erfolgreiche Positionierung für Kulturschaffende und zur Eroberung des Raums für Frauen in diesem Bereich.
Evelyn Deutsch-Schreiner, Vorständin des Instituts für Schauspiel an der KUG betonte, wie wichtig es sei, Strukturen zu erkennen und sich dann selber zu positionieren. Notwendige Voraussetzungen für tatsächliche Veränderungen und damit für mehr Raum für Frauen seien Bewusstseinsbildung im Einzelnen und internationale Kooperationen, meinte auch Opernintendantin Elisabeth Sobotka.
"Ich bin das, was die Gesellschaft mir gewährt, zu werden und muss lernen, mich auch mit Widerstand durchzusetzen", beschrieb Peter Weibel den Status quo von Kunstschaffenden auch aus eigener Erfahrung. Werner Fenz begründete die Notwendigkeit von künstlerischen Freiräumen als "Dringlichkeit der Selbstgestaltung bzw. einen eigenen Beitrag leisten zu können."
Andreas Dorschel, Leiter des Zentrums für Genderforschung an der Kunstuni, plädierte für Kooperation. Statt den zur Verfügung stehenden Raum nach männlichen Mustern zu beherrschen und zu erobern, plädiert er für neue kooperative Denkformen. "Um Utopieträgerin zu sein, ist der Rückhalt einer Gruppe, eines Netzwerks unumgänglich", ergänzte die Leiterin des Bonner Frauenmuseums Marianne Pitzen.
Die Diskussion mit ExpertInnen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur wird morgen Vormittag mit Gesprächen zur Rollenbildern und Verteilung von Ressourcen und Förderung fortgesetzt.
Künstlerisches Programm
Erfolgreiche Ausstellungseröffnung
Den Auftakt zur dreitägigen Veranstaltung machte die Ausstellung "Weibliche Positionen", die noch bis 9. Juli in der Galerie Kon-temporär zu sehen ist. Gezeigt werden exemplarische Zugänge von Künstlerinnen aus mehreren Jahrzehnten darunter bisher unveröffentlichte Blätter von Norbertine Bresslern-Roth. Die Schau wird an weiteren Kulturorten der Steiermark zu sehen sein und dabei regionale Postionen zum Thema einbinden.
Heute um 20 Uhr findet eine Lesung im Forum Stadtpark statt, bei der die Autorinnen Margret Kreidl und Valerie Katrin G. Fritsch den Paradigmenwechsel in der Frauen- bzw. feministischen Literatur diskutieren.
Die kultura - Nightline mit DJanes und einem Live Act in der Generalmusikdirektion beginnt ab 21 Uhr.
Morgen, 11.6. beginnt um 15 Uhr ein Rundgang, konzipiert vom Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, der zu Arbeiten von Künstlerinnen in der Grazer Innenstadt führt.
kultura – 9. – 11.6. 2010
Eintritt frei!
Details zum Programm unter http://www.kulturservice.steiermark.at
Zum Bericht: "kultura - Tagung zum weiblichen Part in Kunst und Kultur vom 9.-11.06. im MUMUTH"
Text: kultura
Kommentare:
Kommentar verfassen:
Weitere Artikel:
- 02.02.2012 | Wettbewerb "Franz Schubert und die Musik der Moderne"
- 25.01.2012 | „Und nun zu etwas völlig Anderem" nach „Monty Pythons Flying Circus"
- 23.01.2012 | “Best Practice Award” an der KUG vergeben
- 23.01.2012 | Gerd Kühr erhält Österreichischen Kunstpreis
- 19.01.2012 | “Short Ride in a Fast Machine“ mit dem Orchester Oberschützen
- 19.01.2012 | Humperdincks „Hänsel und Gretel“ im MUMUTH
- 16.01.2012 | Montclair-Stipendium der Stadt Graz geht an Petra Heinerer
- 16.01.2012 | Georg Schulz tritt Amt des KUG-Rektors wieder an
- 10.01.2012 | Symposium: Über Wege zum Ziel
- 09.01.2012 | Mitteilung des Universitätsrates
- 22.12.2011 | Wenn der Mensch plant, dann lachen die Götter
- 16.12.2011 | Verleihung der Martha-Debelli-Stipendien an der KUG
- 12.12.2011 | signale graz 0100: Konzert zum 85. Geburtstag von Gottfried Michael Koenig
- 09.12.2011 | Andreas Dorschel erhält Forschungspreis des Landes Steiermark
- 09.12.2011 | CD-Präsentation zum "Jazz – Comp – Graz"
- 09.12.2011 | Symposion "Organised Sound" an der KUG
- 02.12.2011 | Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Karlheinz Miklin
- 01.12.2011 | Ehemaliger KUG-Professor Erich Bachträgl verstorben
- 29.11.2011 | GRADUS AD PARNASSUM 2011 an der Kunstuniversität Graz
- 25.11.2011 | KinderUni an der KUG: Der Gesang der Engel

