Francis Poulenc: Dialogues des Carmélites – Gespräche der Karmelitinnen

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Francis Poulenc: Dialogues des Carmélites – Gespräche der Karmelitinnen

erstellt am 29. November 2018

Ab 8. Dezember bringt die Kunstuniversität Graz eine besondere Opern-Rarität des 20. Jahrhunderts auf die Bühne: Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites“. Gezeigt wird das überraschend zeitgemäße Stück im französischen Original.

Grazer Erstaufführung
8. Dezember 2018, 19.00 Uhr
 
weitere Vorstellungen
10., 12. und 14. Dezember 2018, jeweils 19.00 Uhr
MUMUTH, György-Ligeti-Saal
 
 
Francis Poulencs Oper in 3 Aufzügen (12 Bildern) erlebte ihre Uraufführung 1957 an der Mailänder Scala in italienischer Übersetzung. Die erste Aufführung der französischen Originalfassung folgte wenige Monate später an der Oper in Paris. Dieser widmet sich nun erstmals in Graz die aktuelle KUG-Inszenierung.
 
Die „Dialogues des Carmélites“ sind im György Ligeti Saal des MUMUTH zu erleben, die musikalische Leitung hat Frank Cramer, für die Ausstattung zeichnet Flora Hogrefe (Studierende aus dem Bereich Bühnengestaltung) verantwortlich.

Zum Inhalt
 
1794 erreicht der Terror der Französischen Revolution seinen Höhepunkt. Am 17. Juli des Jahres werden sechzehn Nonnen des Karmeliter-Ordens von Compiègne auf dem Schafott hingerichtet. Die Guilliotinierung allerdings verläuft ungewöhnlich: Die Schwestern singen Miserere, Salve Regina und Te Deum. Die sonst schreiende Volksmenge empfängt die Nonnen „mit ehrfürchtiger Stille, beispiellos in der gesamten Revolution“. Zuvor waren die Nonnen gewaltsam aus ihrem Kloster vertrieben und verhaftet worden, denn sie wollten ihren Orden und ihren Glauben nicht freiwillig aufgeben. Eine der Schwestern, Mère Marie, entgeht durch Zufall der Verhaftung und überlebt. Ihr Bericht vom Widerstand der Nonnen überliefert die Geschichte der Karmelitinnen von Compiègne für die Nachwelt. 1931 setzt Gertrud von le Fort ihnen durch die Novelle Die Letzte am Schafott ein literarisches Denkmal, in dem sie vor dem Hintergrund der Historie die fiktive Geschichte von Blanche de la Force erzählt. Diese Erzählung ist Vorlage der Oper: Die junge Blanche flieht vor der Welt und vor ihrer Lebensangst ins Kloster. Dort findet sie allerdings nicht die ersehnte Ruhe, sondern ist mit vielen Anfechtungen konfrontiert, allen voran mit den quälenden Selbstzweifeln und der Todesangst der alten Priorin. Als draußen große Umbrüche stattfinden und die Schwestern in Gefahr geraten, flieht Blanche. Schließlich jedoch entscheidet sie sich zur Rückkehr zu ihren zum Tode verurteilten Schwestern und geht als letzte zum Schafott.
 
Die Geschichte der Karmeliterinnen ist nicht zuletzt als Symbol für Zeiten lesbar, in denen kritische Stimmen verfolgt werden, man Minderheiten unterdrückt. „Es geht“, so Regisseurin Katharina Thoma, „um den Widerstand Einzelner gegen ein totalitäres Regime, um die Forderung nach Freiheit für Andersdenkende“. Mit seiner Oper hat Poulenc dem Widerstand gegen jedweden Totalitarismus ein grandioses Denkmal gesetzt.  
 
Studierende des Instituts Musiktheater 
Opernorchester und Opernchor der KUG 
Musikalische Leitung: Frank CRAMER 
Inszenierung: Katharina THOMA 
Ausstattung: Flora HOGREFE 
Eintrittskarten: Konzert-/Abendkassa; Zentralkartenbüro Graz (0316 / 830255)

Rückfragen an presse(at)kug.ac.at


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