Verleihung des Johann-Joseph-Fux-Opernkompositonspreises an Matthew Shlomowitz

Matthew Shlomowitz; Foto: Johannes GellnerdownloadFoto: Johannes Gellner
Fotos | Videos | 1 von 3 | weiter >

Verleihung des Johann-Joseph-Fux-Opernkompositonspreises an Matthew Shlomowitz

erstellt am 09. October 2017

Unmittelbar vor der Uraufführung des Preisträgerwerks „Electric Dreams“ im Rahmen von steirischer herbst und musikprotokoll fand am 8. Oktober 2017 an der Kunstuniversität Graz die feierliche Verleihung des Johann-Joseph-Fux-Opernkompositonspreises an den australischen Komponisten Matthew Shlomowitz statt. Shlomowitz teilt sich den Preis mit Martin Hiendl, dessen Operninstallation „Paradise“ bereits im Herbst 2016 zu erleben war.

 

Bei der feierlichen Preisverleihung sprachen Christopher Drexler als Landesrat für Kultur, Elisabeth von Magnus, Vizerektorin für Kunst an der Kunstuniversität Graz, sowie als Festredner Wolfgang Hattinger, Jurymitglied und der musikalische Leiter der Produktion. Von seiner ersten Begegnung mit der Partitur erzählte Hattinger dann auch in seiner Ansprache:

„ … da trafen Funk-Grooves auf Zwölftonreihen, Synthesizer begleiteten Rezitative, Rock-Patterns hämmerten auf Bruckner und Mahler ein, Schönberg kollidierte mit Heavy Metal. „Billig und alles doch längst gemacht!“, könnte man in einem ersten Reflex meinen. Aber diese Musik ist eben nicht einfach ein Cocktail aus Pop und Neuer Musik, sie ist kein Musik-Mojito, der als chilliges Entertainment gut runtergeht, sondern der Crash der Idiome ist bereits Teil des Inhalts, ist Erzählung, und begründet die Geschichte ästhetisch. Kurz gesagt geht es in der Oper um den Identitätsverlust einer Person in einer sinnentleerten Fernseh- und Warenwelt, in der jeder vorgefundene Gegenstand – etwa das Adagietto- Thema aus Mahlers 5. – zu einem Gebrauchsding wie jedes andere werden kann. Und wenn diese Musik dann mit Drum-Beats und dem Text eines Hotel-Weckdienstes unterlegt wird, dann ist sie eben kein Mahler mehr, sondern eine Art Gleitgel, um uns etwas anderes damit anzudrehen: falsche Gefühle, unnötige Gegenstände oder gefährliche Ideen.“


Weitere Vorstellungen von „Electric Dreams“ sind am 9. und 11. Oktober 2017 um 19.30 Uhr im György-Ligeti-Saal des MUMUTH zu erleben, um 18.45 Uhr startet jeweils die Einführungsveranstaltung MUMUTH-Lounge unter dem Titel „Take a seat“.

Radiotipp:

Am 9. November 2017, 23:03 Uhr, in Ö1 gibt es die Sendung "Zeitton" zum Thema ELECTRIC DREAMS von Matthew Shlomowitz.



 

 


Kommentare:

Kommentar verfassen:

* - required field

*

*
*

*