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Die Kunstuniversität Graz trauert um Christos Polyzoides

Foto: Torsten Klemm/pixelio

Rund 40 Jahre hat der Geiger Christos Polyzoides an der Kunstuniversität Graz gewirkt, eine große Zahl erfolgreicher Musikerinnen und Musiker verliert ihren Mentor, die Musikwelt eine prägende Künstlerpersönlichkeit.

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Am 30. Jänner 1931 im griechischen Drama geboren, absolvierte Christos Polyzoides nach der Matura in Thessaloniki auch Reifeprüfung und Diplom am „Staatskonservatorium Thessaloniki“. In Wien setzte er seine Ausbildung in den Fächern Violine, Viola, Kammermusik und Musiktheorie fort. Die Reifeprüfung an der „Akademie für Musik und darstellende Kunst“ in Wien – er studierte unter anderem bei Ernst Morawec – legte er 1957 ab. „Er vertritt“ somit, wie es in einem Schreiben Erich Marckhls an das Bundesministerium für Unterricht vom 31. Jänner 1967 über Polyzoides heißt, „die Wiener Geigerschule in einer hervorragenden Weise“. Nach Erfahrungen im Radio- und Symphonieorchester Thessaloniki sowie im Kammerorchester Wien wurde der Geiger 1957 schließlich Konzertmeister des Grazer Philharmonischen Orchesters. Nachdem er zwei Jahre lang an der Musikschule Bruck an der Mur unterrichtet hatte, wurde Polyzoides 1961 als Ausbildungslehrer für Violine am Steiermärkischen Landeskonservatorium angestellt. In dieser Funktion wurde er 1963 in die zur Akademie erhobene Institution übernommen. Der Verleihung des Professorentitels 1964 folgte 1968 die Ernennung zum außerordentlichen und 1974 die zum ordentlichen Hochschulprofessor an der nunmehrigen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Sechs Studienjahre hindurch, von 1973/74 bis 1978/79, fungierte er zudem als Leiter der Abteilung III, „Streich-und andere Saiteninstrumente“. 1999 wurde Christos Polyzoides nach fast vierzigjähriger Lehrtätigkeit, die er noch bis ins Wintersemester 2001/02 fortsetzte, emeritiert.

Neben seiner pädagogischen Tätigkeit war Polyzoides auch als Solist und Kammermusiker international in vielfältigen Formationen tätig, nicht zuletzt in der 1979 ins Leben gerufenen „Camerata Polyzoides“, für die unter anderen Gösta Neuwirth und Yannis Xenakis Werke komponierten. Diesem Ensemble gehörten neben Christos und seiner, ebenfalls an der Grazer Musikhochschule lehrenden Frau, der Pianistin Katherina Polyzoides-Sourvali, die beiden als Musiker höchst erfolgreichen Kinder, die Pianistin Janna sowie der Geiger Demetrius und außerdem der 2009 allzu früh verstorbene Cellist Martin Hornstein, an. Im Rahmen der von ihm ins Leben gerufenen und geleiteten Meisterkurse, die heuer zum 22. Mal stattfinden, den „Internationalen Musiktage Bad Leonfeld“, gab Christos Polyzoides sein umfangreiches Wissen an Studierende aus aller Welt weiter. Zu seinen Schülern und Schülerinnen zählen international anerkannte Musiker wie Elisabeth Baich, Ulrike Danhofer, Nancy Benda, Hermine Pack, Sigrid Präsent, Susanne Scholz, Margherita Marseglia, Lidia Baich sowie Demetrius Polyzoides.

Für seine Verdienste erhielt Christos Polyzoides 1991 das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark.
Christos Polyzoides verstarb am 2. Juli 2019 im Alter von 88 Jahren in Graz.