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Die Kunstuniversität Graz trauert um Harald Himmel

Foto: Torsten Klemm/pixelio

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Der Geiger und Hochschulprofessor Harald Himmel wurde am 2. Februar 1927 in Graz geboren. Er lernte am Steiermärkischen Landeskonservatorium bei Prof. Karl von Baltz und in Wien bei Prof. Ernst Morawec. 1950 wurde er Primgeiger und 1955 Konzertmeister im Grazer Philharmonischen Orchester. Darüber hinaus konzertierte er international erfolgreich als Solist und mit mehreren kammermusikalischen Formationen. 1971 berief man ihn als außerordentlichen Hochschulprofessor für Violine an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz, 1975 wurde er zum ordentlichen Hochschulprofessor ernannt. Als solcher hat er in 20 weiteren Jahren bis zu seiner Emeritierung 1995 die KUG sowie zahlreiche Musikerinnen und Musiker nachhaltig geprägt. Einer seiner Studenten – der Geiger Demetrius Polyzoides – erinnert sich:

Harald Himmel und mein Vater, Christos Polyzoides (1931-2019), hatten sich als Konzertmeisterkollegen im Grazer Philharmonischen Orchester angefreundet. Dadurch ergab sich für mich das Glück, dass mein Vater mich seinem Freund als Schüler anvertraute. Als ich 1972 mit 13 Jahren als „begabtes Kind“ in die Klasse von Harald Himmel kam, war ich ein überzeugter Sohn, der, wie es bei halbwüchsigen Söhnen so ist, seinen Vater für den größten Geiger der Welt hielt und sich als sein Schüler fühlte. Das war für meinen Lehrer eine große Herausforderung, die er aber souverän bewältigte. Seine unglaubliche menschliche Größe erlaubte ihm, mit meiner Vaterhörigkeit umzugehen, mich subtil anzuleiten und meine Fähigkeiten gegen alle Widerstände voranzutreiben.

Als Kind mediterraner Eltern war für mich das übersprudelnde, vor Lebenslust sprühende Temperament meines Vaters normal. An die ruhige besonnene Art von Harald Himmel musste ich mich erst einmal gewöhnen und brauchte einige Zeit, bis ich Interesse an seinem Charakter fand, lernte aber dann Seiten an ihm kennen, die ihn als zurückhaltend philosophischen Mann mit enormer menschlicher Größe zeigten. Grenzenlose Uneigennützigkeit, eine bescheiden realistische Selbsteinschätzung und eine ruhige menschliche Art bestimmten sein Denken und Handeln und führten dazu, dass nichts mein Vertrauen in ihn erschüttern hätte können. Ich schätze mich glücklich, dass ich einige Jahre mit ihm arbeiten durfte, in denen er mir nie etwas aufzwang, vielmehr das Gefühl gab, dass er sich freute, mit mir zu arbeiten und mir gerne zuhörte, wenn ich spielte.


Harald Himmel ist 93-jährig verstorben, er wird als ein außergewöhnlicher Mensch in Erinnerung bleiben.