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„Fokus Musik“ – neue musikwissenschaftliche Buchreihe der KUG

Buchcover "Fokus Musik" Band 1, Leykam Verlag 2020

Der Leykam Verlag veröffentlichte im Juli 2020 den ersten Band einer neuen musikwissenschaftlichen Publikationsreihe der Kunstuniversität Graz, die von Klaus Aringer und Susanne Kogler ins Leben gerufen wurde. Darin sind unter dem Titel „Kunst als Spiegel realer, virtueller und imaginärer Welten“ Beiträge rund um das künstlerische Schaffen der Komponistin Olga Neuwirth versammelt.

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Die von Klaus Aringer (Institut 12) und Susanne Kogler (Universitätsarchiv) gegründete Publikationsreihe „Fokus Musik“ ist der mit der Grazer Kunstuniversität verbundenen Musikforschung im Fachbereich Historische Musikwissenschaft gewidmet. Im Juli 2020 erschien nun der erste Band im Leykam Verlag. Das Buch „Kunst als Spiegel realer, virtueller und imaginärer Welten. Zum künstlerischen Schaffen Olga Neuwirths“, herausgegeben von Stefan Drees und Susanne Kogler, bildet somit den Auftakt dieser musikwissenschaftlichen KUG-Buchreihe.

Die Beiträge des ersten Bandes – Verschriftlichungen eines Symposiums, das 2018 anlässlich von Olga Neuwirths 50. Geburtstag an der Kunstuniversität Graz stattfand – zielen darauf ab, das Œuvre der Komponistin/Künstlerin in seiner Vielschichtigkeit und seinem Beziehungsreichtum auszuleuchten und unterschiedliche – intermediale, musikhistorische und gesellschaftskritische – Kontexte zu erkunden, die sich aus den Arbeiten selbst ergeben. Den roten Faden hierfür bildet die für Neuwirths Werk zentrale Frage nach dem Realitätsbezug und der gesellschaftlichen Relevanz von Kunst.

Das künstlerische Werk der 1968 in Graz geborenen Komponistin Olga Neuwirth zeichnet sich durch multimediale gesellschaftspolitische Stellungnahme und künstlerische Genregrenzen überschreitende Offenheit aus. Zu den Charakteristika ihrer Arbeit zählt zweifellos, dass sie sich nicht einordnen lässt. Wird sie auch häufig im institutionell etablierten Bereich neuer Musik rezipiert, sind für ihr Œuvre jenseits des Klanglichen zahlreiche weitere Dimensionen bedeutsam. Mit Installationen, Videos, Opern, Schauspielmusiken, Filmen, vokaler, instrumentaler und elektronischer Musik bedient sie eine Fülle von Genres, deren Grenzen jedoch permanent erweitert und überschritten werden. Von Neuwirths frühesten Werken an haben Film, Video, Elektronik und installative Elemente Eingang in Gattungen wie Kammermusik, Oratorium oder Oper gefunden, so dass die Stücke häufig die Grenzen des im Musikbetrieb Machbaren herausforderten. Darüber hinaus wurden Teile des klassischen Kanons ebenso wie Anregungen aus populärer Musik von Neuwirth aus kritischer Sicht aufgegriffen, kommentiert, verändert und bearbeitet. Bei alldem setzt die Künstlerin/Komponistin immer wieder vielfältige Beziehungen zur Realität: Sie greift Themen wie Natur und Endzeit ebenso wie die Fragen nach dem Stellenwert der Kunst und der Zukunft der Zivilisation auf, erkundet die Rolle von Zufall und Vorhersehbarkeit. Neuwirths Werke fordern zur Auseinandersetzung mit Identität und Erinnerung, Stabilität und Prozessualität sowie Utopie und Dystopie auf. Damit spiegeln sich in ihrer künstlerischen Arbeit viele aktuelle ästhetische und philosophische Diskussionen.

Die Buch- und Reihenpräsentation findet am 24. September 2020 um 11 Uhr vor dem Theater im Palais bzw. im Foyer des Theater im Palais an der Kunstuniversität Graz statt.

Kurzbiographien der Herausgeber_innen des ersten Bandes:

Stefan DREES ist Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Musik für Violine, Musik des 20./21. Jahrhunderts, Musik und Medien und experimentelles Musiktheater.

In Susanne KOGLERs musikwissenschaftlicher Forschungsarbeit verbinden sich musikästhetische, analytische und historische Perspektiven. Sie ist Ao. Universitätsprofessorin an der Kunstuniversität Graz sowie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Ferner leitet Susanne Kogler seit 2012 das Universitätsarchiv der Kunstuniversität Graz.

Weiterführende Informationen dazu finden Sie auch hier!

Das Buch „Kunst als Spiegel realer, virtueller und imaginärer Welten“ sowie Textproben finden Sie außerdem unter www.leykamverlag.at.