Zurück zur Übersicht

Große Auszeichnung für KUG-Ensemble beim „Schauspielschultreffen“

Von 19.-25. Juni 2022 fand an der Akademie für darstellende Kunst Baden Württemberg der Bundeswettbewerb deutschsprachiger Schauspielstudierender statt, verbunden mit dem 33. Treffen zur Förderung des Schauspielnachwuchses. Die KUG-Studierenden nahmen mit ihrer Produktion „100 Songs“ teil und konnten sich – wie auch schon in den Vorjahren – einen der wichtigsten Preise des Wettbewerbs sichern.

aktualisiert am:

Von 18 Produktionen im Bewerb wurde sieben von der Jury eine Auszeichnung zugesprochen, die zweithöchste davon ging an die Grazer Produktion „100 Songs“. DieJury 2022 bestand aus László Bagossy, Hauke Heumann, Laura Nemann, Murali Perumal und Julia Riedler.

Hervorgehoben wurde in der Laudatio u. a. die „besondere Ensembleleistung" und eine „höchste Durchlässigkeit“, verbunden mit „Sensibilität für einander“ und „Wahrnehmung im Raum“. Die KUG-Studierenden hätten den „Begriff >ENSEMBLE< so zu neuem Leben erweckt“.

100 Songs

„100 Songs“ - dieser Titel scheint einen Liederabend oder ein Musical anzukündigen. Tatsächlich handelt es sich um einen episch-dramatischen Theatertext, den der Autor Roland Schimmelpfennig im Jahr 2018 als Auftragsarbeit für das schwedische Länsteater Örebro geschrieben hat. „Es ist nicht einfach, ein Stück über einen Anschlag zu schreiben,“ sagt Roland Schimmelpfennig, der weder die fiktive Geschichte noch die konkrete Dokumentation eines terroristischen Anschlags vorlegen wollte. „100 Songs“ ist ein Requiem in gesprochener Sprache, beschreibt Schimmelpfennig, in dem Lieder „wie aus der Erinnerung angespielt, angesummt werden, als würde man sich überlegen, wie ein Lied klang, das man in einem bestimmten Moment gehört hat.“ Und so spult der Theaterabend die durchschnittliche Dauer eines Songs (ca.4 Minuten) immer wieder zurück zu einem Augenblick, an dem eine Tasse auf den Boden fiel und das Leben vieler Eilender, Liebender, Streitender, Verlassener, Wartender und Hoffender an einem anonymen Bahnsteig explosionsartig mit sich riss.

Der Regisseur Rudi Frey inszeniert den Theatertext mit den Studierenden des Jahrgangs 2019_23 des Instituts Schauspiel der Kunstuniversität Graz. In den Proben hat Rudi Frey immer wieder beschrieben, dass ihn die Art und Weise fasziniert, in der die Verletzbarkeit des Lebens, die Relativität von zeitlicher Erfahrung und die Theatralität des Erinnerns in „100 Songs“ körperlich und räumlich spürbar wird. Die Bühnenbildnerin Eunike Sophie Koscher hat hierfür einen Bühnenraum entworfen, der Spielende und Zuschauende an einen gemeinsamen Ort des zeitlichen Stillstands, der Wiederholung und des Erinnerns verschlägt. Gemeinsam mit den Studierenden hat der Musiker Sandy Lopičić einen expressiven a cappella Gesang entwickelt, der Körper, Stimmen, Rhythmen und Töne kraftvoll, performativ und gemeinschaftlich exponiert.

Die Studierenden des Jahrgangs 2019_23 haben zu Beginn der Proben bereits die Hälfte ihres 4-jährigen Studiums absolviert. Die Hauptproduktion „100 Songs“ stellt ein erstes künstlerisches „Aushängeschild“ des Ensembles dar, mit dem sich die Studierenden im Rahmen des Abo-Programms der Kunstuniversität Graz sowie auf internationalen Festivals der Schauspielschulen präsentieren.

Mitwirkende

Jahrgang 2019_23 des Instituts Schauspiel:
Adele Emil Behrenbeck
Aron Eichorn
Irem Gökcen
Jennifer Groß
Anke Helen Hoffmann
Sophie Charlotte Kaiser
Alicia Sophie Peckelsen
Max Rehberg
Magdalena Simmel
Edgar Sproß

Musik: Studierende von Sandy Lopičić
Regie: Rudolf Frey
Regieassistenz: Theresa Jarczyk
Ausstattung: Eunike Koscher, Ausstattungsassistenz: Lukas Traxler (Studierende Bühnengestaltung)


5-facher Erfolg der KUG-Schauspielstudierenden bei den  Bundeswettbewerben deutschsprachiger Schauspielstudierender der letzten Jahre

Mit der jeweils zweithöchsten Auszeichnung bei den Bundeswettbewerben 2014, 2019 und 2022 und mit der höchsten Auszeichnung 2015 und 2016 haben die Schauspielstudierenden der KUG in einem Umfang Anerkennung erfahren wie kein zweites deutschsprachiges Schauspielinstitut. In den letzten neun Jahren wurde der Wettbewerb coronabedingt nur siebenmal regulär durchgeführt, dabei  wurden die KUG-Studierenden fünfmal mit diesen herausragenden Preisen bedacht!