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Inklusive Kunst auf der Fassade der Reiterkaserne

Heribert Friedl vor der Reiterkaserne; Foto: Akademie Graz

Bis zum 4. Oktober 2020 ist die inklusive Plakatserie des Künstlers Heribert Friedl an verschiedenen Fassaden im öffentlichen Raum – unter anderem auch an der Reiterkaserne der KUG – zu finden, zu ertasten und zu lesen. Hier steht die Brailleschrift gleichwertig neben der Druckschrift und lädt dazu ein, sich auf andere Perspektiven einzulassen. Die Kunstaktion ist Teil des Grazer Kulturjahr-Projekts „KULTUR INKLUSIV“ der Akademie Graz gemeinsam mit der Kunstuniversität Graz und dem Verein IKS. Darüber hinaus steht es im Zusammenhang mit dem Klangprojekt „Sonic Projections“ des Künstlers Bill Fontana am Kunsthaus Graz, das wiederum auf KUG-Know-how baut.

erstellt am:

Heribert Friedl
Wenn alles beginnt sich aufzulösen, dann ist vielleicht der Geruch das große Verbindende (Plakatserie), 2020
20.08.-04.10.2020
an den Fassaden des Kunsthaus Graz, der Akademie Graz, des Odilieninstituts, des Graz Museum und der Kunstuniversität Graz (Reiterkaserne)


Begleitend zum aktuellen Kunsthaus-Klangprojekt „Sonic Projections“ des Künstlers Bill Fontana, das unter anderem in Kooperation mit dem Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) und dem Institut für Musikästhetik der KUG umgesetzt wurde, haben im Rahmen des Projektes „KULTUR INKLUSIV“ eine Gruppe von Menschen mit und ohne Hör- und Sehbeeinträchtigung gemeinsam über Wahrnehmungen und Erfahrungen im Stadtraum geforscht. Für die Umsetzung ihrer Erfahrungen konnten sie den Künstler Heribert Friedl gewinnen. Friedls ausdrucksstarke Plakatserie, in der Brailleschrift neben Druckschrift gleichwertig zu stehen kommen, ist bis Anfang Oktober an den Fassaden des Kunsthaus Graz, der Akademie Graz, des Odilieninstituts, des Graz Museum und der Kunstuniversität Graz erlebbar. Sie lädt dazu ein, sich auf andere Perspektiven einzulassen und Wahrnehmung insgesamt als Schatz der Verständigung mit der Welt zu betrachten.

Die Plakatserie soll den Menschen als Anstoß dienen, um Bilder im Kopf entstehen zu lassen und andere dabei zu beobachten, wie ihnen dasselbe passiert. In der Mehrsprachigkeit der Texte gibt es gleichzeitig auch Hinweise auf eine Breite von Wahrnehmung, die sich über die eigenen Gewohnheiten hinaus auffächert und uns gerade durch den Perspektivenwechsel bereichert. „Die Arbeit wird zum konzentrierten Moment der Flüchtigkeit, in der sich kurz die Wahrnehmungen von Welt verbinden. Ursprünglich ging es um den Duft selbst, doch in diesem Projekt formulierte sich die Sprache und das Kommunizieren über Wahrnehmung zum Instrument der Katharsis“, so der Künstler Heribert Friedl. Astrid Kury (Akademie Graz) bezeichnet Friedls Projekt als „feine Momente des Innehaltens, eine Einladung in eine poetische Wirklichkeit.“

Kurzbiographie Heribert Friedl

Heribert Friedl (geboren 1969 in Feldbach) lebt und arbeitet in Wien. Seit 2017 lehrt er an der Universität für angewandte Kunst Wien (Abteilung: Ortsbezogene Kunst). Er beschäftigt sich immer wieder auch mit dem Geruch als Material für skulpturale und performative Erfahrung. Friedl war 1999 und 2016 Preisträger des Förderungspreises des Landes Steiermark für zeitgenössische bildende Kunst. Seine Arbeiten sind seit 1995 in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

Über das Projekt „KULTUR INKLUSIV

„KULTUR INKLUSIV“ richtet sich an Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinstitutionen in Graz und entwickelt gemeinsam mit neuen Zielgruppen inklusive Maßnahmen für das Kulturprogramm in Graz. Ziel ist die internationale Positionierung der Stadt Graz als inklusive Kulturstadt und als europaweites Best-Practice-Beispiel.

Konkret sollen der Thementag „Inklusion in der Musik“ am 11. Dezember 2020 im MUMUTH und der 3. ZUKUNFTSTAG INKLUSION „Kultur: Alles für alle!“ am 5.  Mai 2021 eine breite Öffentlichkeit ansprechen. Zum Projekt erscheinen auch das Lifestyle-Magazin „Das Magazin des Guten Lebens“ und ein Grazer Leitfaden für inklusive Kultur.

„KULTUR INKLUSIV“ ist ein Projekt der Akademie Graz gemeinsam mit der Kunstuniversität Graz und dem Verein IKS.