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KUG-Symposium: Geigenbau und Spieltechnik von Jacobus Stainer

Die sechs Nachbauten einer Jacobus-Stainer-Geige aus dem Jahr 1668; Foto: Alexander Wenzel

Geigenbau-Spezialist_innen aus drei Nationen arbeiteten an sechs Nachbauten einer Jacobus-Stainer-Geige aus dem Jahr 1668 – ein in dieser Form einzigartiges Vorhaben! Am 4. Februar 2020 werden diese Instrumente nun im Museum für Geschichte in Graz vorgestellt. Am 4. und 5. Februar schließt sich an die Übergabe ein wissenschaftliches Symposium zu Geigenbau und Spieltechnik des herausragenden Tiroler Geigenbauers Jacobus Stainer.

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Federführend bei diesem internationalen Forschungsprojekt sind das Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis der Kunstuniversität Graz und seine Klasse für Historische Violininstrumente von Susanne Scholz.

DI, 04.02.2020 (ab 12.00 Uhr) & MI, 05.02.2020 (ab 9.30 Uhr)
Museum für Geschichte, Sackstraße 16/2


Das Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis der Kunstuniversität Graz nimmt am 4. Februar 2020 im Museum für Geschichte sechs Nachbauten einer barocken Jacobus-Stainer-Geige in Empfang. Im Anschluss an die Präsentation der Geigen widmen sich Vortragende u.a. aus Italien, Deutschland und der Schweiz zwei Tage lang in Vorträgen und Diskussionen – sowohl kunst- als auch musikhistorisch – dem Umfeld Stainers: dem Bogenbau, der Spieltechnik und dem Instrumentenbau im Allgemeinen.

Im Mittelpunkt stand und steht jedoch die Diskussion über die vielen Variablen, die sich beim Bau von „Kopien“ originaler Instrumente ergeben. Nach einem sehr regen Austausch mit den sechs Geigenbauer_innen im Vorfeld – alles Spezialisten und Spezialistinnen auf dem Gebiet des historischen Violinbaus – werden diese auch vor Ort in Graz ihre Arbeit erläutern und diskutieren.

Als Vorlage diente den internationalen Spezialist_innen eine Barockvioline Jacobus Stainers aus dem Jahr 1668. Das Originalinstrument befindet sich im National Music Museum, Vermillion – South Dakota, USA. Es gilt als das besterhaltene Instrument Stainers.

Die sechs Nachbauten orientieren sich an dem bei der Geige aus Vermillion weitgehend erhaltenen Originalzustand von 1668 – doch die zahlreiche Variablen beim Bau, der Einrichtung und Besaitung der Instrumente lassen eine große Bandbreite an hörbaren Unterschieden erwarten.

Um den Gemeinsamkeiten auf die Spur zu kommen, die sowohl die allgemeine Bauart Stainers als auch seine Geige von 1668 charakterisieren, werden die Instrumente mehrmals zu hören sein. Im Rahmen des ersten Symposiumstags erklingen die Geigen am 4. Februar um 20.00 Uhr bei einem Demonstrationskonzert mit der Organisatorin des Symposiums, Susanne Scholz, ihrer Klasse für Historische Violininstrumente am Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis und ihrem KUG-Kollegen Michael Hell am Cembalo. Dabei werden Werke der in Tirol wirkenden Komponisten des 17.Jahrhunderts, Marc Antonio Cesti (1623 - 1669) und Georg Arnold (1621 - 1676), zur Aufführung gebracht. Mit einer Sonate für drei Violinen sind auch die Grazer Kolleg_innen Lucia Froihofer und Dario Luisi an der Klangerforschung der sechs Instrumente beteiligt.

Jacobus Stainer wurde ca. 1619 in Absam in Tirol geboren. Er ist einer der bedeutendsten Geigenbauer aller Zeiten. Über seinen Lebensweg gibt es nur wenige gesicherte Daten. Es wird vermutet, dass er seine Ausbildung in Italien, Venedig und Cremona, absolvierte. Bereits zu Lebzeiten waren seine Instrumente über Mitteleuropa hinaus bekannt und gefragt und dienten auch Werkstätten in England oder Frankreich als Vorbild. Im 17. und 18. Jahrhundert waren die Stainer-Geigen sogar gefragter als „cremonesische“ Geigen von Amati oder Stradivari. 1683 wird als Sterbejahr des Geigenbauers Jacobus Stainer angenommen.


Die Geigenbauer_innen
Alessandro Lowenberger (Genua), André Mehler (Leipzig), Sebastian Mende (Weimar), Valentina Montanucci (Cremona), Martin Rainer (Wien), Hagen Schiffler (Passau)

Vortragende Symposium
Susanne SCHOLZ, Klaus Hubmann, Bernhard Rainer (Graz), Franz Gratl (Innsbruck), Christoph Riedo (Basel), Rudolf Hopfner (Wien), Rainer Ullreich (Wien)

Zeitplan Symposium