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Opern Kurzgenuss: Mario und der Zauberer

Mario und der Zauberer; Sujet: Oper Graz, Foto: Alexander Wenzel

Gemeinsam mit der Oper Graz widmet sich die KUG mit dieser Kurzoper von Stephen Oliver der Macht von Manipulation und Suggestion.

aktualisiert am:

2.,7., 8., 9., 11.und 13. April 2019
Studiobühne der Oper Graz

Es war ein Erlebnis in „atmosphärisch unangenehmer Stimmung“, das den Nobelpreisträger Thomas Mann zu seiner Novelle „Mario und der Zauberer – Ein tragisches Reiseerlebnis“ inspiriert hat. Am 2. April kommt nun Stephen Olivers gleichnamige Oper als Kooperation von Oper und Kunstuniversität Graz auf die Opern-Studiobühne.

Der Zauberer Cipolla findet sich an heißem Sommerabend in einem Ferienort ein, um im Rahmen seiner Zaubershow die Besucher nicht nur durch allerlei Zaubertricks zu verblüffen, sondern auch deren geheime Wünsche und Sehnsüchte offenzulegen und lächerlich zu machen. In der aufgeheizten Stimmung brechen Aggressionen hervor, die nicht mehr unter Kontrolle zu bringen sind.

Zu den rund 40 Bühnenwerken des englischen Komponisten Stephen Oliver (1950–1992) zählt auch die einaktige, rund achtzigminütige Oper „Mario und der Zauberer“. Olivers Musik beschreibt nicht nur die um sich greifende zwischenmenschliche Verrohung, sondern befähigt auch den Zauberer Cipolla – eindrucksvoll von Markus Butter verkörpert – zu gleisnerisch-unwiderstehlicher Suggestion. Regisseur Christian Thausing, der die österreichische Erstaufführung inszeniert, macht in Zusammenarbeit mit seinem Ausstatter Christoph Gehre die beklemmende Atmosphäre der sich mehr und mehr steigernden Verführung des Zauberers spürbar. „Falls wir es richtig gemacht haben“, meint Thausing während der Probenarbeit, „gehen die Menschen mit Fragen und Unbehagen nach Hause. Italien 1930 ist zeitgemäßer als mir persönlich lieb ist.“