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Peter Simonischek ist Ehrendoktor der Kunstuniversität Graz

Peter Simonischek; Foto: Lucija Novak

Am Dienstag, 5. Juli 2022, hat Peter Simonischek im Rahmen eines Festakts im György-Ligeti-Saal des MUMUTH die Ehrendoktorwürde der Kunstuniversität Graz (KUG) entgegengenommen. Waltraud Klasnic hielt die Laudatio auf den weltberühmten Theater- und Filmschauspieler, der in der Steiermark aufwuchs und an der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Graz studiert hat.

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Rektorat und Senat der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz haben beschlossen, das insgesamt zweite Ehrendoktorrat in der Geschichte der Universität an den KUG-Absolventen Peter Simonischek zu vergeben. Die erste solche Auszeichnung ging an den Musiker Phil Collins.

Seit der Spielzeit 1999/2000 ist Simonischek Ensemblemitglied des Burgtheaters. 1982 trat er in Goethes Torquato Tasso (Regie: Dieter Dorn) erstmals bei den Salzburger Festspielen auf. Regelmäßig dreht er für Film und Fernsehen. Als Toni Erdmann in Maren Ades gleichnamigem Film feierten ihn Publikum und Kritik: Eingeladen zu den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2016, wurde er beim Europäischen Filmpreis als „European Actor 2016“ und beim 45. Festival du nouveau cinéma in Montréal als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet. 2017 folgten der Ernst-Lubitsch-Preis, der Österreichische und der Deutsche Filmpreis. Außerdem wurde Peter Simonischek zum „Österreicher des Jahres 2017“ in der Kategorie „Kulturerbe“ ernannt. Zu weiteren Auszeichnungen zählen das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1999), das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark (2003), der Deutsche Hörbuchpreis (2008/2010) und der Grimme-Preis (2006/2012). 2016 bekam er den Ehrentitel Kammerschauspieler verliehen. 2017 erhielt er die Platin-Romy für sein Lebenswerk. 2019 wurde Peter Simonischek per Staatsakt zum Ehrenmitglied des Burgtheaters ernannt.

„Jedermann kennt Peter Simonischek als großartigen Schauspieler“, betont Waltraud Klasnic, ehemalige Landeshauptfrau der Steiermark, in ihrer Laudatio. „Er hat auch angesichts seiner imponierenden internationalen Karriere seine Wurzeln nie vergessen. Er ist ein bedeutender Charakterdarsteller, bekennender Steirer und Familienmensch mit großem und weitem Herzen.“

Senatsvorsitzender Wolfgang Hattinger ging in seiner Würdigung auf die Biografie des Geehrten ein: „Das Schöne an der heutigen Ehrung ist für mich, dass mit ihr nicht nur besondere Leistungen auf dem Gebiet der Kunst gewürdigt werden, sondern auch eine besondere Verbindung zu unserer Universität als einem Ort künstlerischer Menschenbildung. Peter Simonischek hat um sein Studium an diesem Haus gekämpft, er hätte nach dem Wunsch seines Vaters Medizin studieren sollen, später eine Zahntechniker-Ausbildung machen. Stattdessen begann er ein Architekturstudium und meldete sich schließlich – heimlich – an der damaligen Akademie für das Schauspielstudium an. Ich darf aus einem Schreiben Peter Simonischeks an unseren Rektor zitieren: ,Es war bis dahin die glücklichste Zeit in meinem jungen Leben. Nach dem katholischen Internat und der Matura war es die erste Zeit, die mir gehörte.‘

In seinen Dankensworten griff Peter Simonischek diese Erinnerung auf und erklärte: „Ich glaube, dass ich letztlich hier stehe, weil ich etwas gemacht habe, was ich unbedingt machen wollte. Ich hatte das Glück eines Erweckungserlebnisses, das sich gnädiger Weise mit einer gewissen Hartnäckigkeit immer wieder gemeldet hat." Mehrfach richtete er sich auch an die anwesenden Schauspielstudierenden, denen er schon am Nachmittag für ein ausführliches Gespräch zur Verfügung gestanden war, und deren Performance im Rahmen des Festakts ihn „echt beeindruckt“ hat.

Rektor Georg Schulz zeigte sich in seiner Begrüßung glücklich über die erfolgreiche Schauspielausbildung der KUG: „Die Kunstuniversität Graz ist stolz darauf, ihr erstes Ehrendoktorat im Bereich Schauspiel an unseren Absolventen Peter Simonischek verleihen zu können. Sein außergewöhnlicher künstlerischer Ausdruck schöpft aus Authentizität und Integrität, damit ist er ein ideales Vorbild für unsere Studierenden. Ausschnitte aus der aktuellen Produktion unserer Schauspiel-Studierenden, soeben wieder höchst erfolgreich vom deutschsprachigen Schauspielschultreffen zurückgekehrt, durchdringen den Festakt, und symbolisieren damit gemeinsam mit dem Geehrten die ,universitas‘, die wir anstreben.“

Neben den Ausschnitten aus aktuellen KUG-Schauspielproduktionen war beim gestrigen Festakt auch viel Musik zu hören, verantwortlich dafür zeichneten das Trio Legend und ein Posaunenquartett unter der Leitung von Thomas Eibinger.