Entgrenzung der klassischen Musik

Die sogenannte klassische Musik öffnet sich bereits seit Jahrzehnten immer wieder einmal gegenüber anderen Genres wie Jazz, Pop und Rock. Die Ergebnisse sind oft ernüchternd, gelegentlich aufregend. Lässt sich sagen, woran es liegt, dass Crossover jeweils ästhetisch gelingt oder aber scheitert? Wo liegen mögliche Gewinne und Verluste? Und welche Grenzüberschreitungen jenseits der Demarkationslinien zwischen Genres könnten noch interessant werden?

Statt die Frage abstrakt anzugehen, werden die Gesprächsteilnehmer eine Reihe von musikalischen Grenzüberschreitungen zum Ausgangspunkt nehmen, die Sven Helbig im vergangenen Jahrzehnt mit großem internationalen Erfolg verwirklicht hat. Charakteristisch für diese auf dem Label Deutsche Grammophon veröffentlichten Projekte war jeweils beträchtliche Raffinesse in allen Details und der Anspruch, sich mit der Substanz der jeweiligen Musik auseinanderzusetzen, statt Oberflächen mit denen eines anderen Genres zu garnieren. Die relevanten Projekte sind I eat the sun and drink the rain für Chor und Elektronik (Kristjan Järvi, Vocalconsort Berlin), die Pocket Symphonies – „Zwölf Wege einen Tag zu beenden“ – sowie die Popsongs-Bearbeitungen für das Fauré Quartett.

BIOGRAPHIEN
Sven Helbig; Foto: privatSven Helbig ist ein deutscher Musiker, Produzent, Komponist und Regisseur. Helbig produzierte mit Rammstein und den Pet Shop Boys ebenso wie mit dem Fauré Quartett. Er realisierte mit großem internationalen Erfolg eine Reihe von musikalischen Grenzüberschreitungen.




Stefan Lorenz Sorgner; Foto: Stefan Lorenz SorgnerStefan Lorenz Sorgner, Professor an der John Cabot University Rom (IT), ist ein deutscher posthumanistischer und transhumanistischer Philosoph, Nietzsche-Forscher, Musikphilosoph und Experte im Bereich der Ethik der neuen Technologien.




Regula Rapp ist Rektorin der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart (D). Zuvor leitete die Musikwissenschaftlerin und Cembalistin die Schola Cantorum Basiliensis (CH).



Andreas Dorschel ist seit 2002 Vorstand des Instituts für Musikästhetik der Kunstuniversität Graz (AT). Seine Forschungsgebiete sind Philosophie der Musik, Theorien der Subjektivität sowie Ideengeschichte.