Castrato/Trans

Martha Feldman; Foto: Jimmy and Dena KatzdownloadFoto: Jimmy and Dena Katz
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Castrato/Trans

erstellt am 07. Dezember 2018

Ein Öffentlicher Gastvortrag von Martha Feldman (University of Chicago, U.S.A.)

Montag, 10. Dezember, 18.00 Uhr
Palais Meran, Zimmer 24 (Parterre, Seminarraum des Instituts für Musikästhetik)

Eintritt Frei


Transgender-Personen müssen heute noch für ihre Rechte und ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen. Musik kann eine bedeutende Rolle in diesem Prozess spielen, denn man kann Transgender-Personen im musikalischen Kontext hören und begegnen. Aber haben diese Sänger*innen Vorgänger*innen in früheren Jahrhunderten, als Transidentitäten noch nicht wie heute artikuliert wurden? Wenn ja, was kann man durch diesen größeren Kontext entdecken?

In ihrem Gastvortrag ‚Castrato/Trans*: Thoughts from the 21st Century‘ beantwortet die renommierte Musikwissenschaftlerin Martha Feldman (University of Chicago, U.S.A.) diese Fragen mit Bezug auf die faszinierende Figur aus dem 16. bis 19. Jahrhundert im Bereich Gender und Stimme: den Kastraten.

Kastraten – männliche Sänger, die ihre hohe Stimme aus der Kindheit durch eine Operation behielten und weiterentwickelten – waren wichtige musikalische sowie historische Figuren vom 16. bis 19. Jahrhundert. Bezüglich Gender und Stimme boten sie dem Opernpublikum, den Musikkritikern und den Literaten dieser Zeit viele mögliche Bedeutungen an. Musikwissenschaftler*innen haben sich auch lange mit dem Thema beschäftigt. Feldman untersucht wie politisch orientierte Genderkonzepte, die heutzutage wichtig für die Kategorie Transgender sind, auch etwas Neues über das Kastratenphänomen erläutern und dadurch eine wichtige Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart schaffen können.

Martha Feldman ist Mabel Greene Myers Professor of Music and the Humanities an der University of Chicago, U.S.A. Als Expertin der Musik und der musikalischen Kultur vom Italien des 16. Jahrhunderts bis 1950 untersucht sie Themen wie Musik und Politik, Musik und Gender und die menschliche Stimme mit einem besonderen Bezug auf verschiedene Gattungen der Vokalmusik. Für ihre zahlreichen Arbeiten als Autorin und Verfasserin von wissenschaftlichen Büchern (u.a. City Culture and the Madrigal at Venice, The Courtesan’s Arts: Cross-Cultural Perspectives, Opera and Sovereignty: Transforming Myths in Eighteenth-Century Italy, The Castrato: Reflections on Natures and Kinds) ist sie mit mehreren nationalen und internationelen Preisen ausgezeichnet worden. Von November 2016 bis November 2018 war sie Präsidentin der American Musicological Society.



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