28.05.2018: "Musik im Paläolithikum. Basis einer interdisziplinären Studie zwischen kognitiver Musikarchäologie und experimenteller Archäologie"

28.05.2018: "Musik im Paläolithikum. Basis einer interdisziplinären Studie zwischen kognitiver Musikarchäologie und experimenteller Archäologie"

erstellt am 16. Mai 2018

Guest lecture by Raymond Ammann and Michael Praxmarer (Luzern/Innsbruck)

This week, we had our guest lecturers Raymond Ammann & Michael Praxmarer (Luzern/Innsbruck) talking about "Musik im Paläolithikum. Basis einer interdisziplinären Studie zwischen kognitiver Musikarchäologie und experimenteller Archäologie" at the Institute of Ethnomusicology as part of our lecture series on recent trends and new directions in ethnomusicology.

 

 

 

ABSTRACT: Die ersten ausschließlich durch Menschenhand hergestellten Aerophone (weitgehend als Flöten bezeichnet) sind über 40 000 Jahre alt und stammen aus dem südwestlichen Deutschland. Andere archäologisch belegte Musikinstrumente wie etwa Musikbögen, Schwirrhölzer und Phalangenpfeifen ‒ oder auch die menschliche Stimme ‒ ermöglichen ein breites Spektrum an Klängen und Tönen. Nur bei den frühen Aerophonen wird die spielbare Musik auf eine Anzahl genau festgelegter Intervalle limitiert. Die Konstruktion dieser äußerst kunstvoll gearbeiteten Aerophone aus Knochen und Elfenbein erfordert viel Materialkenntnis und handwerkliche Geschicklichkeit. Wir müssen davon ausgehen, dass der Hersteller oder die Herstellerin dieser Instrumente genau Kenntnis besaß, wie sich die Organologie der Flöte auf die zu spielende Musik auswirkt. Mit diesen frühen Blasinstrumenten konnte sich ein neues Musikkonzept entwickeln, das zu Wandlungen im musiksymbolischen Denken führte. Zudem brachte die daraus entstandene Spezialisierung des Musikers resp. der Musikerin Äderungen in der Sozialstruktur. 

 

Neue technische Möglichkeiten im Bereich Computertomographie und 3D-Druckverfahren ermöglichen exakte experimentalarchäologische Rekonstruktionen der Instrumente in ihrer einstigen Größe. Dieser Zugang kann Hinweise auf Anspielart, Klangspektrum, bestimmte Riffs und Muster sowie regional spezifische Gemeinsamkeiten und Unterschiede der am besten erhaltenen Artefakte in Europa liefern. Die daraus gewonnenen Resultate kombiniert mit Überlegungen der kognitiven Musikarchäologie werden zu neuen Erkenntnissen über die Musik des Paläolithikums führen.

 


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