Rebellen der Vorstadt oder Träume vom Anderswo

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Rebellen der Vorstadt oder Träume vom Anderswo

erstellt am 22. Dezember 2010

Igor Bauersima inszeniert „Suburbia“ von Bogosian im Grazer Theater im Palais mit Studierenden der KUG

Es könnte überall auf dieser Welt sein:Die Eltern sind aus der Großstadt aufs Land geflohen. Ins Grüne: Burnfield. Dort ist es sicherer, sauberer und gemütlicher als in der Stadt. Doch mit den Einfamilienhäusern, Vorgärten und dem Supermarkt ist das Idyll längst selbst zur Stadt geworden. Der Mikrokosmos Burnfield ist SubUrbia, weder ländlich noch urban. In dieser kleinen bürgerlichen Welt werden die Kinder der Siedler erwachsen. Sie suchen das Leben, das anderswo zu pulsieren scheint.

Ein Geschwisterpaar aus Pakistan betreibt den Laden an der Tanke. Abend für Abend werden die beiden Zeugen des ziellosen Treibens von Burnfields Jugendlichen: sie palavern, saufen, kokettieren, träumen vom Anderswo... und fahren mit Dads Auto vom Kino zum Supermarkt, vom Supermarkt zum Pizzaimbiss, von dort wieder zum Supermarkt.


 Als der Rockstar PONY, noch vor kurzer Zeit selbst einer der Clique, mit seiner Band in der Stadt auftritt, weckt das Erwartungen auf einen außergewöhnlicher Abend. Nach dem Konzert wird er in seiner Limousine zum Treffpunkt am Supermarkt kommen. Die Konfrontation mit PONY, dem personifizierten Erfolg, wirkt als Katalysator auf die heftig verstrickten Gefühle der ehemaligen High-School-Freunde. Das Gefüge der Gruppe gerät ins Wanken. Und die beiden Geschwister aus Pakistan erfahren, wie es um ihren amerikanischen Traum inzwischen steht.


Das Stück Suburbia -vom amerikanische Autor, Eric Bogosian, 1994 verfasst- ist eine Momentaufnahme im Leben beinah Erwachsener, vom Abend bis zum Morgen, zeigt ihre Sehnsucht, ihren Weltschmerz, ihre Albernheit, ihre Ernsthaftigkeit. In einer Nacht werden kleine und große Entscheidungen getroffen, die das Leben für immer verändern werden. Das Stück ist eine schmerzliche Metapher für eine untergehende Zivilisation.


Für die Studierenden des Instituts Schauspiel der Grazer Kunstuniversität ist dieser Stoff zum Teil eine Begegnung mit eigenen Erfahrungen und eine Herausforderung diese dem Publikum näher zu bringen.


In Regisseur Igor Bauersima, der an Schauspielhäusern in  Düsseldorf, Zürich, Hamburg oder der Wiener Burg inszenierte, haben sie dabei eine hochkarätige Führung. Ist Bauersima doch nicht nur in der Regie zu Hause, sondern auch Autor zahlreicher Stücke, die sich mit Problemen von Jugendlichen beschäftigen wie zum Beispiel „norway.today“, das inzwischen in 20 Sprachen übersetzt ist und an über 100 Theatern weltweit gespielt wird.

Noch wird fleißig geprobt im Theater im Palais. Man darf gespannt sein.

Premiere ist am 13. Jänner 2011 um 19.30 Uhr.
Weitere Vorstellungen: 14., 15., 17., 18., 19., 20., 21. und 22.1.2011 jeweils 19.30 Uhr

Es spielen Studierende des 3. Jahrganges des Instituts Schauspiel der Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz:  
Ingrid Adler (Erica), Meret Engelhardt (Bee-Bee), Gideon Maoz (Norman), Florian Pabst (Jeff), Martin Papst (Tim), Raphael Seebacher (Buff), Sarah Zaharanski (Pakeesa), Sebastian Zeleny (Pony), Violetta Zupancic (Sooze)
 
Regie: Igor Bauersima
Ausstattung: Eva Andersch-Hartner (Institut Bühnengestaltung)
Dramaturgie: Prof. Evelyn Deutsch-Schreiner, Réjane Desvignes
Musik: Julian Pajzs
Regie- und Dramaturgieassistenz: Astrid Kohlmeier
Kostümbetreuung: Marlen von Heydenaber
Produktionsleitung: Margitta Kaltenegger
 
Technische Leitung: Peter Fischer
Bühnentechnik: Peter Kabosch
Beleuchtung: Ralf Beyer




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