Wissenschaftliche Nachhaltigkeit

Eine nachhaltige und lebendige Wissenschaftskultur hängt wesentlich davon ab, dass Forschung und Lehre in Form, Inhalt und Ziel primär vom intrinsischen Erkenntnisinteresse der wissenschaftlichen Gemeinschaft bestimmt werden. Um die dafür notwendige intellektuelle Unabhängigkeit zu gewährleisten, ist eine solide und langfristig gesicherte Grundfinanzierung des wissenschaftlichen Personals, der benötigten Infrastruktur und weiterer Unterstützungsleistungen notwendig. Trotz ihrer erfolgreichen Drittmittelperformance verpflichtet sich die Kunstuniversität Graz daher zur langfristigen Finanzierung wissenschaftlicher Forschung aus dem Globalbudget. Aufgrund des stark geisteswissenschaftlichen Forschungsprofils bedeutet dies zu allererst die Finanzierung einer ausgewogenen Mischung unterschiedlicher Stellen für das wissenschaftliche Personal: Stellen für alle Karrierestufen von studentischer Mitarbeit bis zur Professur, befristete und unbefristete Stellen sowie Karrierestellen. Um ein dynamisches und interdisziplinäres intellektuelles Klima zu gewährleisten, bemüht sich die Universitätsleitung bei der Allokation von Forschungsmitteln eine ausgewogene und den disziplinären Erfordernissen angemessene Ausstattung aller vertretenen Forschungsbereiche herbeizuführen.

Die Kunstuniversität Graz ist nach der Universität Graz die wichtigste geisteswissenschaftliche Forschungseinrichtung in der Steiermark. Ein zentrales Element wissenschaftlicher Nachhaltigkeit ist daher die Pflege geisteswissenschaftlicher und künstlerischer Forschung unabhängig von jeder unmittelbaren, insbesondere ökonomischen Zwecksetzung. Vorrangiges Ziel solcher Forschung ist dementsprechend eine Vertiefung und Verfeinerung des Verständnisses menschlicher Kultur in allen ihren vergangenen und gegenwärtigen Ausdrucksformen. Die Kunstuniversität Graz ist der Überzeugung, dass ein reflektiertes Verständnis von Kultur eine wesentliche Grundlage für ein friedliches Miteinander in einer globalen Gesellschaft darstellt und dem nachhaltigen Wachstum der kulturellen Wohlfahrt der Menschheit dient.

In den anwendungsnahen Forschungsbereichen wird die Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern als eine Bereicherung wahrgenommen, die Impulse für innovative Forschungsleistungen liefern kann. Nichtsdestotrotz gilt auch hier der Grundsatz, dass universitäre Forschung mit Anspruch auf höchstes wissenschaftliches Niveau niemals primär von den Interessen außeruniversitärer Akteure bestimmt werden darf. Es steht den Forschenden auch in diesen Bereichen frei, Forschung ohne unmittelbare und offensichtliche Verwertungsmöglichkeiten zu betreiben, angebotene Forschungsaufträge abzulehnen und allein mit solchen Wirtschaftspartnern zu kooperieren, deren Interessen mit denen der Forschenden im Einklang stehen. 

Der hochkompetitive Charakter, der seit einigen Jahren das Wissenschaftssystem prägt, bringt es mit sich, dass Forschende zunehmend dazu verleitet werden, sich durch unlautere Mittel Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Langfristig bemüht sich die Kunstuniversität Graz auf politischer Ebene gemeinsam mit anderen gleichgesinnten Institutionen, die Ursachen solchen Verhaltens zu beseitigen und zu einer nachhaltigen Gesundung des wissenschaftlichen Ökosystems beizutragen. Für den akuten Handlungsbereich hat sie in ihrem Zuständigkeitsbereich Einrichtungen wie einen Ethikbeirat und eine Vertrauensperson zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis implementiert, die von der Forschungscommunity getragen werden und durch Ausübung von Kontroll- und Präventionsfunktionen eine Eindämmung wissenschaftlichen Fehlverhaltens bewirken.
 

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Mag. Lissa Gartler
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